Montag, 9. Juli 2007

Gedankenlos

Der Mensch neigt bekanntlich dazu, sich Gedanken zu machen. Gedanken über dieses und jenes, über Gott und die Welt, über sich selbst, über die anderen.

Und soeben erwische ich mich dabei, wie ich mir über das Sichgedankenmachen Gedanken mache. Wäre ich ein Bauer am Feld, so würde ich wohl vom Sinnieren schreiben. Da ich aber einerseits kein Bauer bin und es mir an jeglichem Feld fehlt und Sie andererseits gleich einwerfen werden: „Ha! Der kann doch höchstens unsinnieren!“, schreibe ich nicht vom Sinnieren, sondern vom Sichgedankenmachen.

Meine Gedanken werden selten gemacht. Sie machen sich selbst. Sind auf einmal einfach da und nehmen mich ein. Meist zu Zeiten, zu denen ich eigentlich etwas ganz anderes machen sollte, nur mir keine Gedanken. Eben jetzt sollte ich zum Beispiel meine Arbeitnehmerveranlagung für die letzten beiden Jahre fertig machen. Aber ich lasse mich vom Gedanken daran nicht fertig machen, öffne mich stattdessen den anderen gegenüber und lasse sie zu.

Was geschieht eigentlich mit einem Gedanken, wenn er erst einmal fertig gedacht ist? Zerplatzt er? Verschwindet er? Versteckt er sich? Liegt er hilflos rum und hofft, dass sich bald wieder jemand seiner annimmt? Sucht er, einem Parasiten gleich, aktiv seinen neuen Wirt? Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht für immer vergessen wird und daran elendiglich zu Grunde geht?

Nehmen wir zum Beispiel die Zebrazucht in Äthiopien und deren Auswirkung auf die Entwicklung von Sichtschutzglas für öffentliche Duschen. Wird sich darüber je wieder jemand Gedanken machen? Ich hoffe nicht, weil das ja ein völlig schwachsinniges und offensichtlich surreales Thema ist. Gedanken wie dieser werden gedacht, und sind sie erst einmal zu Ende gedacht, werden sie verworfen. Nie wieder angedacht. Das scheint es zu sein - der Gedanken Los.

Somit obliegt es dem Anstand des einzelnen, sich ausschließlich häufige Gedanken zu machen und nicht Exoten hervorzukramen, die anschließend gedankenlos links liegen gelassen werden. Ich ersuche Sie, meine getreuen vier Leser, sich hinkünftig nur mehr die Gedanken zu machen, die sie getrost los lassen können. Denn diese lassen sich auch von sich aus von anderen immer wieder gerne machen und zu Ende denken.

Ende, denke ich.

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